Selbstbewertung und Bewertung

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IInterne Reflexion oder externe Perspektive?  

Wenn LAGs vor der Entscheidung stehen, als Teil ihrer Begleitungs- und Bewertungsverpflichtungen im Zusammenhang mit der CLLD-Strategie eine Selbstbewertung oder Evaluierung durchzuführen, stellen sie oft die folgenden Fragen:

Worin liegt der Unterschied? Oder ist das dasselbe? Gibt es einen Unterschied? Wenn ja, was müssen wir über diese beiden Aktivitäten wissen?

Eine Selbstbewertung ist ein kontinuierlicher Prozess der Reflexion, der von den Personen konzipiert und durchgeführt wird, die eine Intervention durchführen oder an ihr beteiligt sind (z. B. Programmverwalter, Begünstigte, Mitglieder eines Netzwerks). Sie verschafft von innen heraus einen Überblick über Aktivitäten und konzentriert sich auf die allgemeine Leistung. An einer Selbstbewertung Beteiligte analysieren ihre Handlungsweisen und fragen sich, wie diese zu den vereinbarten Zielen und Vorgaben beitragen. Der partizipatorische Charakter einer Selbstbewertung schafft für alle Beteiligten Lerneffekte.

Eine Bewertung oder Evaluierung hingegen ist eine unabhängige, externe Prüfung der betreffenden Interventionen (z. B. Programme, Projekte und Netzwerke), die abschätzt, inwieweit Ziele erreicht und Ergebnisse und Wirkungen mit den zugewiesenen Inputs erzielt wurden. Der Umfang einer Bewertung ist oft gesetzlich oder vom Kunden der Bewertung festgeschrieben. Die Bewertung unterstützt die Rechenschaft über die verwendeten Mittel und stellt sicher, dass Interventionen entsprechend politischen Zielen ausgeführt werden und in die politische Gestaltung einfließen. Auf praktischer Ebene beinhalten Bewertungen ein abschließendes Urteil, das sich auf strenge Methoden stützt und aufgrund von vordefinierten Bewertungsfragen, Bewertungskriterien und Indikatoren gefällt wird.

Es ist gute Praxis, beide Aktivitäten durchzuführen und zu verbinden.

Nachweise, die im Rahmen einer Selbstbewertung erfasst werden, können als eine mögliche Informationsquelle in Bewertungen einfließen, um die Wirksamkeit, Effizienz, Ergebnisse und Wirkungen einer Intervention abzuschätzen. Die Selbstbewertung wiederum kann auf die Ergebnisse einer Bewertung zurückgreifen, um die Selbstreflexion und Lernerfolge aller Beteiligten zu unterstützen.  
 

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Wie wirkt es sich auf die Selbstbewertung bzw. Bewertung aus, wenn LEADER Teil einer aus verschiedenen Quellen finanzierten CLLD-Strategie bildet?

Die Tatsache, dass CLLD aus verschiedenen Quellen finanziert wird, wirkt sich auf die Selbstbewertung bzw. Bewertung auf LAG-Ebene besonders deshalb aus, weil alle im Rahmen der verschiedenen Fonds geförderten Maßnahmen zur selben Strategie beitragen und für die Erreichung der gesetzten Ziele und Ergebnisse Synergien schaffen sollten. Es ist daher schwierig, die Wirkungen zu trennen, die auf die einzelnen Maßnahmen bzw. Fonds zurückzuführen sind, wenn sie alle zur selben Strategie beitragen.

In die Bewertung von CLLD-Strategien, die aus mehreren Quellen finanziert werden, können verschiedene Aspekte einfließen: die Artikulation/Komplementarität der Anwendung der verschiedenen Mittel im selben Gebiet (d. h. Kohärenz) und die wirksame Governance und Koordination bei der Verwaltung mehrerer Fonds. Es wird empfohlen, geeignete Bewertungselemente zu erarbeiten, um diese Aspekte beurteilen zu können.

Außerdem könnte auch der Umfang angesprochen werden, zu dem es die entsprechenden ESI-Fonds der LAG ermöglichten, auf lokale Bedürfnisse und Potenziale einzugehen. Dies setzt voraus, dass die integrierte, sektorübergreifende Dimension der Strategie von der Finanzierung aus mehreren Quellen unterstützt wird sowie dass neue Partner aus anderen Fonds für die Kooperation hilfreich sind.

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Weitere Informationen finden Sie in denLeitlinien: Evaluation von LEADER/CLLD (Guidelines: Evaluation of LEADER/CLLD) des Evaluierungs-Helpdesk.


Weitere Publikationen über die Bewertung von LEADER/CLLD finden Sie außerdem in der Helpdesk-eLibrary!