Wichtige Feststellungen und Herausforderungen bei der Bewertung

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Was können wir uns vor Augen halten, um Bewertungen zu verbessern?

Die Bewertung von LE-Programmen hat sich während des Programmplanungszeitraums 2014–2020 verändert. Wenn die in den relevanten Gesetzen festgelegten Ziele erreicht und die LEP-Ergebnisse 2017 und Wirkungen 2019 bzw. ex post verlässlich abgeschätzt werden sollen, müssen Mitgliedstaaten die Besonderheiten des neuen Programmplanungszeitraums berücksichtigen und fundierte Methoden anwenden. Dies kann für alle, die mit der Bewertung nicht umfassend vertraut sind, schwierig erscheinen. Wenn sie jedoch einige wenige grundsätzliche Beobachtungen berücksichtigen und sich auf verschiedene häufige Herausforderungen vorbereiten, gestaltet sich der Bewertungsprozess wesentlich einfacher.  

Die folgenden wichtigen Empfehlungen und Herausforderungen speziell des aktuellen Programmplanungszeitraums sollten beachtet werden, um bessere Bewertungen zu erstellen:

 

  • Ergänzung der Bewertungselemente für die einzelnen LE-Programme: Flexibilität bei der Programmplanung wirkt sich in verschiedener Hinsicht auf die Bewertung aus. Im Gegensatz zu früher werden Maßnahmen nicht mehr mit einer spezifischen „Achse“ in Verbindung gebracht, sondern können jetzt im Rahmen verschiedener EU-Prioritäten bzw. Schwerpunktbereiche und programmspezifischer Ziele ins Programm aufgenommen werden. Diese Flexibilität erfordert allerdings, dass das Begleitungs- und Bewertungssystem auf jedes LEP spezifisch zugeschnitten wird. Wenn die Wirkungen eines bestimmten LEP vollständig erfasst werden sollen, muss das allgemeine System um programmspezifische Elemente (Bewertungsfragen und Indikatoren) ergänzt werden.

 

  • Erstellung der Evidenzgrundlage für belastbare Bewertungen: Mitgliedstaaten müssen entscheiden, welche Daten benötigt werden, um echte Ergebnisse und künftige Wirkungen der Programme zu erfassen. Diese Daten müssen Basiswerte für die Indikatoren beinhalten und sollten im Idealfall den ausgewählten Methoden entsprechen. Daten, die zur Beantwortung von Bewertungsfragen benötigt werden, sollten bereits frühzeitig identifiziert und in den Leistungsbeschreibungen für die Evaluatoren festgelegt werden. Vorhandene Datenquellen müssen identifiziert und auf ihre Eignung für die einzelnen LEP-Bewertungen überprüft werden.

 

  • Beurteilung der Nettowirkungen: Nur Nettowerte der Ergebnis- und Wirkungsindikatoren zeigen den tatsächlichen Beitrag von LE-Programmen zu den Veränderungen auf, die in Programmgebieten und ländlichen Zielsektoren beobachtet werden. Dies verlangt die Anwendung fortschrittlicher Bewertungsmethoden. 2017 sollten die Ergebnisindikatoren in Form von Brutto- und/oder Nettowerten berechnet werden, und für 2019 und die Ex-post-Bewertung sollten wiederum Nettowerte aller Ergebnis- und Wirkungsindikatoren bereitgestellt werden. Es ist wichtig, dass im System zu Begünstigten wie auch Nichtbegünstigten ausreichend Daten beschafft werden. Nur dann ist es möglich, Kontrollgruppen zu vergleichen und die Werte der Ergebnisindikatoren festzulegen, die erforderlich sind, um die Bewertungsfragen zu Schwerpunktbereichen und anderen Aspekten zu beantworten./li>

 

  • Beurteilung sekundärer Beiträge: Es ist wichtig, die Erfolge der ländlichen Entwicklungspolitik in vollem Umfang nachzuweisen. Die Quantifizierung und Beurteilung von Indikatoren stützen sich daher sowohl auf primäre als auch auf sekundäre Beiträge der durchgeführten Maßnahmen. Sekundäre Beiträge sind zusätzliche Beiträge, die Maßnahmen zu Schwerpunktbereichen leisten, denen sie nicht primär zugeordnet sind. Der rechtliche Rahmen verlangt, dass beabsichtigte sekundäre Beiträge bei der Konzeption eines Programms gekennzeichnet werden. Die Gültigkeit einer solchen Kennzeichnung kann während der Bewertung überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Stichproben lassen die Abschätzung einzelner Beiträge von Maßnahmen zu Schwerpunktbereichen zu.

 

  • Berichterstattung über die Bewertung: Über die Bewertung wird für jede Bewertungsfrage anhand der AIR-Vorlage im SFC-Format Bericht erstattet. Die Vorlage verlangt nicht nur eine klare Aussage, sondern auch die Werte, von denen die Aussage abgeleitet ist. Die AIR-Vorlage im SFC-Format bietet auch für programmspezifische Bewertungsfragen Platz.

 

  • Quantifizierung von Indikatoren bei geringer oder keiner Inanspruchnahme des Programms: Da die LE-Programme erst spät begannen, haben manche Mitgliedstaaten eventuell noch nicht genügend Maßnahmen abgeschlossen, um Ergebnis- und Wirkungsindikatoren abzuschätzen. In diesem Fall sollten für die LEP-Maßnahmen und Schwerpunktbereiche, für die Programme ausreichend in Anspruch genommen wurden, dennoch gemeinsame und programmspezifische Ergebnis- und Wirkungsindikatoren berechnet werden. Für nur gering in Anspruch genommene Maßnahmen müssen alle Informationen berücksichtigt werden, die zu potenziellen Begünstigten verfügbar sind. Außerdem ist eine Begründung anzugeben, warum Ergebnis- und Wirkungsindikatoren nicht wie gefordert berechnet werden konnten. Wenn Programme nicht in Anspruch genommen wurden, können auf der Theorie des Wandels beruhende Methoden oder qualitative Beurteilungen angewendet werden, um Nachweise über die potenziellen LEP-Erfolge zu erbringen. Auch frühere Bewertungen und Studien können nützliche Informationsquellen darstellen.

 

  • Verhältnismäßigkeit bei der Abschätzung von Ergebnissen und Wirkungen der Programme: Wirkungen müssen unabhängig von der Größe des LE-Programms abgeschätzt werden.

 

Weitere Informationen über Punkte, die bei der Durchführung von LEP-Bewertungen zu berücksichtigen sind, finden Sie in der Helpdesk-eLibrary.