Datenmanagement für die Bewertung

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Daten – groß, klein, kurz oder lang?

Bei der Bewertung bilden Daten oft eines der Hauptelemente, die bestimmen, ob eine Bewertung überhaupt möglich ist. Allerdings hört sich „Daten“ oft langweilig oder kompliziert an, und wir konzentrieren uns daher oft gerne darauf, wie wir großartige Programme durchführen können, die Arbeitsplätze schaffen oder unsere Landschaften und Artenvielfalt besser schützen. Aber wie können wir die Ergebnisse und Wirkungen solcher toller Ideen abschätzen? Dafür brauchen wir Daten. Und eher viele als wenige. Das hört sich vielleicht schwierig an, aber Mitgliedstaaten können durch gute, rechtzeitige Vorbereitung sicherstellen, dass sie über die Daten verfügen, die sie brauchen um festzustellen, ob sie ihre guten Absichten wirklich erreichen.

Die gesetzlichen Anforderungen für den Programmplanungszeitraum 2014–2020 betonen, wie wichtig es ist, dass Mitgliedstaaten und Programme systematischere Ansätze für die bewertungsrelevante Datenerfassung und Bereitstellung von Daten an Evaluatoren verfolgen. Diese Probleme legen die Wichtigkeit einer umfassenden Strategie für das Datenmanagement nahe, die von den Mitgliedstaaten und Programmen erarbeitet werden muss.  

Bei der Konzeption evidenzbasierter Bewertungen ländlicher Entwicklungsprogramme (LEP) darf man nicht mit den technischen Details beginnen, sondern muss zunächst den übergeordneten Zweck des Datenmanagements für die Bewertung prüfen. Das Datenmanagement für evidenzbasierte Bewertungen dient dem Nachweis von Fortschritten, Erfolgen, Ergebnissen und Wirkungen sowie der Relevanz, Wirksamkeit und Effizienz der ländlichen Entwicklungspolitik der EU. Es ist daher sofort ersichtlich, dass Bewertungen sowohl für den politischen Prozess als auch für anspruchsvolle Vorhaben entscheidend sind.  

LEP-Bewertungen beginnen mit (30) gemeinsamen, auf Schwerpunktbereiche bezogenen, horizontalen Bewertungsfragen, die während des Programmplanungszeitraums regelmäßig beim Erreichen bestimmter Meilensteine beantwortet werden müssen. Diese werden an EU-Institutionen übermittelt, um die Informationsanforderungen auf europäischer Ebene abzudecken. Bewertungsfragen werden anhand von einem Katalog gemeinsamer Indikatoren beantwortet, der zwischen der Kommission und Mitgliedstaaten vereinbart wird. Dieser Katalog gemeinsamer Indikatoren beinhaltet verschiedene Datensätze, die wiederum mit verschiedenen Datenquellen verknüpft sind.

  • Outputindikatoren (26) werden aus der operativen Datenbank der Begünstigten erfasst.
  • Ergebnisindikatoren (25) beinhalten die komplementären Indikatoren. Sie werden aus verschiedenen Datenquellen erfasst, darunter die operative Datenbank, sekundäre Quellen und Feldstudien der Evaluatoren.
  • Zielindikatoren und Leistungsrahmen-Indikatoren bilden eine Untergruppe der Output- und Ergebnisindikatoren. Sie müssen mit den operativen Daten sorgfältig abgeglichen und synchronisiert werden.
  • Kontextindikatoren (45) werden anhand von regionalen/nationalen/EU-Statistiken erfasst.
  • Wirkungsindikatoren (16) gehören zu den Kontextindikatoren und bilden Makrodaten (zum Territorium und Sektor) ab. Wirkungsindikatoren werden zusammen mit den Kontextindikatoren aktualisiert. Wirkungsindikatoren werden jedoch auch bei der LEP-Bewertung verwendet.

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Die umfassenden Kataloge gemeinsamer Bewertungsfragen und der entsprechenden Indikatorgruppen sollen die große thematische Breite der ländlichen Entwicklungsprogramme abdecken, die sich in 18 Schwerpunktbereichen und vielen Schlüsselmaßnahmen ausdrückt. Diese Indikatoren spiegeln außerdem einen stärkeren Fokus auf einen ergebnisorientierten Ansatz für EU-finanzierte Programme wider, der Zielindikatoren, den Leistungsrahmen sowie die Anforderung beinhaltet, programmspezifische, am Ergebnis gemessene Wirkungen von Wirkungsindikatoren zu trennen, die auf andere Faktoren zurückzuführen sind.  

Der Katalog der gemeinsamen Indikatoren ist auf die Anforderungen für die Berichterstattung auf EU-Ebene (für die Kommission, den Rat und das Europaparlament) zugeschnitten, nicht jedoch auf eine vollständig ausgereifte Bewertung auf nationaler oder lokaler Ebene. Für einzelne Programme müssen daher programmspezifische Elemente erarbeitet werden, die eine Beurteilung derjenigen Aspekte ermöglichen, die für Interessenträger besonders relevant sind. Die Europäische Kommission regt Programmgremien an, zusätzlich zu den gemeinsamen Indikatoren auch weitere Indikatoren zu entwickeln, wenn die gemeinsamen Indikatoren die Bewertungsfragen nicht zufriedenstellend beantworten können. Eine Liste von etwa 20–30 Quellen für landwirtschaftliche, ökologische und soziale Daten ist erforderlich, um die gemeinsamen Bewertungsfragen unter Berücksichtigung programmspezifischer Elemente zu beantworten. Die hierfür benötigten spezifischen Daten bedeuten, dass die Bewertung komplexere Datenquellen erfordert.

Die folgende Darstellung zeigt, wie die verschiedenen Indikatoren auf verschiedenen Ebenen mit den Zielen in Verbindung stehen und wo Daten für diese Indikatoren bezogen werden können.

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Bei der Erarbeitung einer Datenstrategie sollten für das Datenmanagement einige zentrale Themen berücksichtigt werden. Die folgende Tabelle unterteilt diese in Querschnittsthemen, die für das Datenmanagement aller Themen wichtig sind, und themenspezifische Aspekte mit weiteren Einzelheiten zu den jeweiligen Themen.  

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Das folgende praktische Beispiel veranschaulicht, wie man die Bewertung einer spezifischen Bewertungsfrage zu einem spezifischen Schwerpunktbereich (im gezeigten Fall 2A) angehen könnte.

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Weitere Informationen zum Datenmanagement finden Sie in der Helpdesk-eLibrary.

Weitere Informationen zu Indikatoren finden Sie im interaktiven Dashboard zur GAP der GD Landwirtschaft, das kürzlich mit den Daten für 2017 aktualisiert wurde.