Was ist die Bewertung?

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Begleitung, Bewertung und Auditierung sind drei Abläufe, die oft missverstanden und verschiedentlich auch verwechselt werden. Die Begleitung und Bewertung werden oft in einem Atemzug genannt. Diese beiden Abläufe sind zwar eng miteinander verzahnt und dienen demselben Ziel, sind aber grundsätzlich zwei verschiedene Prozesse, die sich sowohl dem Umfang als auch dem Ansatz nach unterscheiden. Außerdem sind die Verantwortlichen für die jeweiligen Aktivitäten verschieden.

 

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Audits sind offizielle, unabhängige Prüfungen der Bücher und Leistung einer Organisation. Ein Finanzaudit prüft, ob die Finanzunterlagen der Organisation eine angemessene und korrekte Darstellung der Vorgänge geben, die sie abbilden sollen. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ist eine unabhängige Beurteilung der betrieblichen Tätigkeit einer Organisation, um festzustellen, ob ihre jeweiligen Programme oder Funktionen bestimmungsgemäß und zielführend ausgeführt werden.

Die Begleitung ist eine umfassende, regelmäßige Prüfung der Ressourcen, Outputs und Ergebnisse öffentlicher Interventionen. Die Begleitung basiert auf einem System planmäßiger Informationen, u. a. Berichte, Analysen, Bilanzen, Indikatoren usw., die primär von Betreibern erfasst werden. Sie liegt im Allgemeinen in der Verantwortung der Akteure, die die verschiedenen politischen Maßnahmen durchführen.

Die Bewertung beinhaltet die Beurteilung von Interventionen anhand von ihren Ergebnissen, Wirkungen und dem Umfang, zu dem sie die Bedarfe decken, für die sie bestimmt waren. Die Bewertung hilft festzustellen und zu verstehen, inwieweit und warum sich beobachtete Veränderungen auf die jeweiligen Interventionen einer Politik zurückführen lassen. Hierfür nutzen Bewertungen nicht nur Daten aus der Begleitung, sondern auch vielfältige andere Datenquellen. Diese werden anhand von verschiedenen quantitativen und qualitativen Methoden analysiert, um tiefere Einblicke in Programme und ihre Wirkungen zu erhalten. Bewertungen können auch detaillierte Analysen oder Fallstudien der jeweiligen Situation beinhalten, um die Politik in der gegebenen Situation und im gegebenen Kontext besser zu verstehen.

Die Bewertung obliegt Evaluatoren, die von den Durchführungsstellen unabhängig sind. Bewertungen betrachten die Wirksamkeit, Effizienz, Kohärenz und Relevanz einer Intervention.

  • Relevanz lässt sich als das Ausmaß definieren, in dem die Ziele einer Intervention den jeweiligen Bedarfen, Problemen und Thematiken entsprechen. Fragen der Relevanz sind vor allem für die Ex-ante-Bewertung wichtig, da sie sich auf die gewählte Strategie bzw. ihre Rechtfertigung konzentrieren.
  • Kohärenz lässt sich als das Ausmaß definieren, in dem innerhalb einer Intervention wie auch im Zusammenhang mit anderen Interventionen Komplementarität oder Synergien festgestellt werden können.
    • Externe Kohärenz ist gegeben, wenn zwischen den Zielen einer Intervention und den Zielen mit ihr interagierender Interventionen ausreichende Übereinstimmung besteht.
    • Interne Kohärenz ist gegeben, wenn zwischen den verschiedenen Zielen ein- und derselben Intervention ausreichende Übereinstimmung besteht. Interne Kohärenz impliziert eine Zielhierarchie, in der untergeordnete Ziele die übergeordneten Ziele logisch unterstützen.
  • Wirksamkeit lässt sich als das Ausmaß definieren, in dem die mit einer Intervention verfolgten Ziele erreicht werden.
  • Effizienz lässt sich als Ausmaß definieren, in dem die Ressourcen, die bei einer Intervention zur Erreichung des gesetzten Ziels verwendet werden, mit den erzielten Ergebnissen in einem optimalen Zusammenhang stehen. Bei der Effizienz geht es darum, ob es möglich gewesen wäre, mit denselben Mitteln zusätzliche Wirkungen oder mit geringerem Aufwand dieselben Wirkungen zu erzielen.