Rolle der Begleitung und Bewertung im politischen Zyklus

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Die Bewertung spielt im politischen Zyklus eine unverzichtbare Rolle: Sie ermöglicht die evidenzbasierte Gestaltung und Durchführung von Politik, schafft größere politische Rechenschaft und Transparenz, weist Erfolge auf dem Weg zu politischen Zielen nach und beurteilt die Wirksamkeit, Effizienz, Ergebnisse und Wirkungen von Politik.


Es gibt viele verschiedene Formen der Bewertung – Ex-ante-Bewertung, Halbzeitbewertung, Bewertung während des Durchführungszeitraums, thematische Bewertung und Ex-post-Bewertung – und jede von ihnen spielt im politischen Zyklus eine spezielle Rolle. Diese ist im Folgenden näher beschrieben.

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Phase 0: Ausgangspunkt – „Wo stehen wir aktuell?“

Ehe eine Politik gestaltet wird, muss zunächst der soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Kontext beschrieben werden, den die Politik ansprechen soll. Die Situationsbeschreibung stützt sich im Allgemeinen auf erfasste Evidenz – dies kann beispielsweise mithilfe von Kontextindikatoren geschehen. Diese Evidenz bildet die Grundlage für die SWOT-Analyse und Bedarfsabschätzung. In diesem Schritt diskutieren und ermitteln Interessenträger Bedarfe und potenzielle Hürden, die es zu bewältigen gilt.

Phase 1: Politikgestaltung – „Was ist unser Ziel?“

Politik wird oft in Form von einer Strategie, einem Programm oder einem Plan gestaltet. Bei der Politikgestaltung entscheiden Interessenträger, welche der ermittelten Bedarfe mit dem jeweiligen Programm wann angesprochen werden sollen. Interessenträger entscheiden außerdem, was mit den Interventionen erreicht werden soll. Hierbei geht es nicht nur um die ermittelten Bedarfe, sondern auch um die Erfolge, die für den gesamten politischen Kontext bzw. das politische Umfeld angestrebt werden. Bei der Politikgestaltung werden die Maßnahmen, die mit Inputs (Finanzmitteln) gefördert werden, definiert, sodass die festgesetzten Ziele erreicht werden können. In dieser Phase ist es immer hilfreich, die erwarteten Wirkungen einer Politik zu klären: Welche Outputs werden für die zugeteilten Inputs erwartet, welche Ergebnisse können mit diesen Outputs erzielt werden, um die Bedarfe der Begünstigten der Politik zu decken, und welche Wirkungen wird die Politik auf den gesamten politischen Kontext bzw. das gesamte politische Umfeld haben? Die Formulierung von Zielen, definierten Inputs, Outputs, Ergebnissen und Folgen bildet die Grundlage für die Entscheidung, welche Indikatoren verwenden werden sollen, um die Erfolge und beobachteten Wirkungen zu messen. Indikatoren zur Messung von Inputs und Outputs werden anschließend in der Begleitung als Indikatoren verwendet.

Die Rolle der Bewertung in der Politikgestaltung: Die Ex-ante-Bewertung bietet in dieser Phase eine unabhängige, unmittelbare qualitative Beurteilung der Situationsbeschreibung, der SWOT-Analyse, der Relevanz der gewählten Bedarfsprioritäten und der Strategie der Politik (d. h. der formulierten Ziele, gewählten Maßnahmen, Inputs und erwarteten Wirkungen) wie auch der potenziellen Wirksamkeit und Effizienz der Politik. Die Ex-ante-Bewertung kann auch als Ausgangspunkt dienen, um ein System bzw. einen Rahmen für die Begleitung und Bewertung der künftigen Durchführung des Programms zu schaffen.

Phase 2: Umsetzung der Politik – „Wie stehen wir da?“

Dieser Teil beginnt mit der Bewilligung des Programms und dauert während der gesamten Durchführung aller konkreten Maßnahmen durch die festgelegten Begünstigten an. Die Durchführung wird anhand von den gewählten Inputs, Outputs und gegebenenfalls Ergebnisindikatoren begleitet. In dieser Phase verschafft die Begleitung unmittelbar Informationen darüber, wie die Politik funktioniert. Außerdem ermöglicht sie es politischen Entscheidungsträgern, die Politik parallel zu ihrer Durchführung zu lenken und anzupassen. Diese Informationen können in laufende oder thematische Bewertungen einfließen.

Die Rolle von Bewertungen in der Umsetzung von Politik: Bewertungen während der Durchführung wie auch laufende Bewertungen ermöglichen es Evaluatoren und politischen Entscheidungsträgern zu beobachten, welche Fortschritte bei einem Programm auf dem Weg zu seinen Zielen gemacht werden. Diese Bewertungen können auch als Anhaltspunkt dafür dienen, ob die Politik die erwarteten Ergebnisse und beabsichtigten Wirkungen erzielt. So kann die Politik unter Berücksichtigung des Gesamtkontexts verbessert und korrigiert werden.

Die Feststellungen von Bewertungen, die während der Durchführung einer Politik vorgenommen werden, können auch für die Gestaltung des nächsten politischen Zyklus hilfreich sein. Dies hilft politische Lücken zwischen Zyklen zu vermeiden.

Bewertungen, die während des Durchführungszeitraums stattfinden, werden im Allgemeinen jährlich vorgenommen und helfen, die unmittelbaren politischen Ergebnisse zu erfassen. Allerdings lassen derartige Bewertungen nicht immer eine Beurteilung von Wirkungen zu, die kurzfristig nicht erkennbar sind.

Phase 3: Überprüfung der Politik: „Haben wir erreicht, was wir wollten?“

Sobald alle Interventionen der Politik abgeschlossen sind, ist es Zeit für eine Überprüfung, ob die Politik die ursprünglich gesetzten Ziele und ermittelten Bedarfe erfüllt sowie die beabsichtigten Wirkungen und geplanten Folgen erreicht hat. Die Überprüfungsphase bildet einen unverzichtbaren Bestandteil des Zyklus, da längerfristige Effekte und Wirkungen, die von Bewertungen während der Durchführungsphase eventuell noch nicht erfasst werden konnten, jetzt sichtbar und einer Beurteilung zugänglich sein sollten. Eine derartige Überprüfung der Politik kann auch künftige Programminterventionen verbessern helfen.

Die Rolle der Bewertung in der Überprüfung von Politik: Die Ex-post-Bewertung wird vorgenommen, nachdem eine politische Intervention abgeschlossen ist. Sie soll die Erfolge der Ziele, Ergebnisse und Wirkungen der Politik nachweisen. Die Ex-post-Bewertung unterstützt den Nachweis der langfristigen Effekte bestimmter Arten von Interventionen. Ihre Ergebnisse werden Interessenträgern und der breiteren Öffentlichkeit im Allgemeinen zur Verfügung gestellt, um die politische Transparenz zu fördern und zu lernen, wie die Politik künftig verbessert werden könnte.